Coding mit KI, mein Eindruck

Buchrezension

Coding mit KI Das Praxisbuch für die Softwareentwicklung von Michael Kofler, Bernd Öggl, Sebastian Springer - Rheinwerk-VerlagIch nutze KI nicht nur zum Textschreiben, sondern im Entwickleralltag. Genau deshalb lande ich immer wieder bei der gleichen Frage: Wie setze ich KI so ein, dass am Ende wirklich bessere Software rauskommt, und nicht nur hübsch klingende Antworten. „Coding mit KI, Das Praxisbuch für die Softwareentwicklung“ (Rheinwerk Computing, 1. Auflage, erschienen am 7. November 2024, 413 Seiten, ISBN 978 3367103461) ist für mich in erster Linie ein solides Überblicksbuch für genau diesen Punkt.

 

Hinweis: Ich verlinke auf die Verlagsseite zur Orientierung. Keine Affiliate Links, keine Provision, keine bezahlte Empfehlung. Ich schreibe die Rezension, weil ich das Buch gelesen habe und es für meinen KI-Alltag relevant ist.

Das Praxisbuch für die Softwareentwicklung
Leseprobe (PDF)

Was mir am Buch gefällt: Es versucht nicht, KI als Zauberstab zu verkaufen. Es gibt einen breiten Rundumblick, wie man KI beim Programmieren nutzen kann, und zwar so, dass es in echte Projekte passt. Nicht nur „Prompt rein, Code raus“, sondern eher als Werkzeugkasten für typische Situationen im Alltag.

Bei mir sind zwei Kapitel besonders hängen geblieben.

Kapitel 9, Sprachmodelle lokal ausführen, plus die fortgeschritteneren Tool Themen. Das ist gerade ein Thema für mich, weil lokale Modelle und der ganze „weg von der Cloud“ Ansatz in der Praxis schnell konkret wird. Datenschutz, Kontrolle, Geschwindigkeit, Kosten, Offline Szenarien, das sind keine Theorie Fragen. Ich fand gut, dass das Buch das Thema nicht wegwischt, sondern es als realistische Option einordnet. Mir geht es da weniger um perfekte Rezepte, eher um Orientierung, was machbar ist und wo die Grenzen liegen. Dafür taugt das Kapitel.

Kapitel 4, Software Refactoring. Das trifft meinen Alltag noch direkter. KI kann beim Aufräumen von Code wirklich helfen, manchmal sogar besser als beim kompletten Neuschreiben. Aber genau da ist auch die Gefahr, dass man sich von „klingt gut“ blenden lässt und am Ende etwas kaputtoptimiert. Das Kapitel hat mir gefallen, weil es das Refactoring Thema in den Vordergrund stellt und damit einen Bereich, wo KI oft echten Nutzen bringt, wenn man sie sauber führt und die Ergebnisse prüft.

Unterm Strich ist das Buch für mich kein Spezialbuch für genau eine Sprache, kein reines Copilot Handbuch, und auch keine Prompt Sammlung. Es ist eher ein breiter Überblick für alle, die mit KI programmieren wollen und dabei mehr suchen als nur Tricks. Ich nehme daraus vor allem die Bestätigung mit: KI bringt was, wenn man sie wie ein Werkzeug benutzt, mit klarer Aufgabe, mit Tests, und mit eigener Verantwortung.

Mein Fazit: Wenn du bereits programmierst und KI im Alltag ernsthaft nutzen willst, dann bekommst du hier einen guten Überblick und sinnvolle Anstöße, besonders bei lokalen Modellen und beim Refactoring. Wenn du nur schnelle „mach mir mal Code“ Antworten suchst, ist es wahrscheinlich zu umfangreich, und nicht der richtige Einstieg.