Wenn Leute „Prompt“ sagen, meinen sie meistens einfach das, was du in die KI reinschreibst. Eine Frage, ein Auftrag, ein Stück Kontext, manchmal auch nur ein Satz. Und genau da liegt schon das erste Missverständnis. Ein Prompt ist kein Zauberspruch. Es ist eher wie ein gutes Briefing. Je klarer du bist, desto weniger rät die KI herum.
Kurz gesagt, ein Prompt ist deine Eingabe an die KI. Du sagst damit, was du willst, wofür du es brauchst, und wie das Ergebnis aussehen soll.
Je besser diese drei Dinge drin sind, desto brauchbarer wird die Antwort. Nicht immer länger, aber klarer. Damit das greifbar wird, hier drei einfache Beispiele. Du siehst dabei sofort, dass es nicht um schöne Worte geht, sondern um brauchbare Angaben.
Schreibe mir eine kurze Zusammenfassung dieses Textes in 5 Sätzen, ohne Fachwörter: [Text hier einfügen]
Ich bekomme in meinen Programm Code beim Datei-Öffnen Fehler 176. Nenne mir 5 typische Ursachen und wie ich sie jeweils schnell prüfen kann. Antworte in Stichpunkten, kurz und praxisnah.
Erstelle ein schlichtes Symbol, ein Mikrofon als Liniengrafik. Transparenter Hintergrund, hell, ohne Schatten, ohne Effekte.
Warum klappt das in der Praxis trotzdem oft nicht. Weil viele Prompts im Kern so klingen wie „mach mal“. Dann macht die KI irgendwas. Und das klingt oft sogar überzeugend, trifft aber nicht unbedingt deinen Punkt.
Die häufigsten Gründe sind ziemlich unspektakulär. Das Ziel ist unklar, der Kontext fehlt, das Ausgabeformat ist nicht definiert, oder wichtige Grenzen fehlen. Gerade bei Technik ist das der Klassiker. Ohne Versionen, ohne Rahmen, ohne Fehlerbild, ohne das was schon getestet wurde, bleibt der KI nur Raten. Und geraten sieht oft fachlich aus, ist aber manchmal einfach falsch.
Wenn du einen Prompt schnell stabiler machen willst, hilft eine kleine Checkliste aus dem Alltag. Du musst nicht alles jedes Mal ausfüllen, aber du solltest wissen, welche Schrauben du hast.
Erstens, Ziel. Was soll am Ende rauskommen. Eine Anleitung, eine Entscheidung, eine Fehlerliste mit Tests, ein Text in einer bestimmten Länge. Zweitens, Kontext. Worum geht es, wo stehst du gerade, was ist bereits passiert. Drittens, Rolle. In welcher Perspektive soll die KI antworten, zum Beispiel wie ein erfahrener Admin oder kurz und technisch. Viertens, Format. Stichpunkte, Schrittfolge, Tabelle, Fließtext. Fünftens, Grenzen. Was soll sie nicht tun, zum Beispiel keine Annahmen als Fakten, keine langen Erklärungen, keine Werbung. Sechstens, Prüfkriterium. Woran erkennst du, dass es brauchbar ist, zum Beispiel ich kann die Schritte sofort testen.
Wenn du dir dafür ein Grundgerüst speichern willst, nimm diese einfache Vorlage. Sie ist nicht „die Lösung“, sie ist eher ein Geländer, damit du nicht jedes Mal von vorne anfängst.
Ziel: [Was soll rauskommen] Kontext: [Worum geht es, Rahmen, vorhandene Infos] Aufgabe: [Was soll die KI konkret tun] Format: [Stichpunkte, Schrittfolge, Länge, Ton] Grenzen: [Was soll vermieden werden] Rückfragen: [Wenn etwas fehlt, stelle bis zu 3 Rückfragen] Prüfkriterium: [Woran erkenne ich, dass es gut ist]
Zum Schluss noch ein kurzer Realitätscheck, der dir viel Ärger ersparen kann. Zu viel auf einmal ist ein häufiger Fehler, drei Aufgaben in einem Prompt führen oft zu halbgarer Mischung. Keine Reihenfolge ist auch so ein Ding, du erwartest erst Analyse, dann Lösung, aber du sagst es nicht. Und der größte Klassiker ist, dass das Ergebnis nicht prüfbar ist. Wenn du nichts Testbares verlangst, bekommst du schnell Meinung statt Handwerk.
Und noch etwas, nur weil eine Antwort fachlich klingt, ist sie nicht automatisch richtig. Gerade bei Details lohnt sich ein kurzer Plausibilitätstest, oder eine zweite Quelle. Das ist kein Misstrauen, das ist normaler Admin Alltag.
Wenn du von hier aus weitergehen willst, dann ist der nächste Schritt meistens nicht „noch längere Prompts“, sondern sauberes Nachschärfen. Erst eine brauchbare Version, dann gezielt nachfragen, dann das Ergebnisformat festnageln. Und wenn du merkst, dass du gute Prompts ständig verlierst, dann ist das ein anderes Problem, nämlich Organisation. Prompts speichern, Varianten pflegen, kurz notieren warum der Prompt gut war, das spart später richtig Zeit.