Strukturierter Prompt – Vorlage und Checkliste

Strukturierter Prompt - Vorlage und ChecklisteEin strukturierter Prompt ist keine Wissenschaft, eher ein kleines Geländer. Du gibst der KI ein sauberes Briefing, damit sie weniger raten muss. Das lohnt sich besonders bei Technik, bei Fehlern, bei längeren Texten, und überall dort, wo du am Ende etwas haben willst, das du wirklich benutzen kannst.
Wichtig ist dabei. Struktur heißt nicht, dass der Prompt immer lang sein muss. Struktur heißt nur, dass die entscheidenden Infos drin sind. Oft reichen ein paar harte Fakten plus ein klares Ergebnisformat, und schon wird aus „irgendwie“ ein brauchbares Ergebnis.

Wenn du nur schnell prüfen willst, ob dein Prompt taugt, nimm diese kleine Checkliste. Ziel, Kontext, Aufgabe, Format, Grenzen, Rückfragen, Prüfkriterium. Wenn diese Punkte halbwegs sauber sind, steigt die Trefferquote sofort.

Checkliste, in 7 Punkten
- Ziel: Was soll am Ende rauskommen
- Kontext: Worum geht es, in welchem Rahmen
- Aufgabe: Was soll die KI konkret tun
- Format: Wie soll das Ergebnis aussehen
- Grenzen: Was soll vermieden werden
- Rückfragen: Darf die KI nachfragen, wenn etwas fehlt
- Prüfkriterium: Woran erkennst du, dass es brauchbar ist

Der Grundbaukasten ist diese Universal Vorlage. Du kannst sie je nach Bedarf kürzen. Für einfache Sachen reichen manchmal Ziel plus Format. Für technische Themen lohnt es sich, den Kontext sauber zu füllen, weil die KI sonst raten muss.

Vorlage, Universal
Ziel:
[Was soll rauskommen]

Kontext:
[Worum geht es, Rahmen, vorhandene Infos]

Aufgabe:
[Was soll die KI konkret tun]

Format:
[Stichpunkte, Schrittfolge, Länge, Ton]

Grenzen:
[Was soll vermieden werden]

Rückfragen:
[Wenn etwas fehlt, stelle bis zu 3 Rückfragen]

Prüfkriterium:
[Woran erkenne ich, dass es gut ist]

Wenn es um Technik und Fehlersuche geht, brauchst du etwas mehr Handwerk im Prompt. Die KI soll nicht raten, sondern dir helfen, die Ursache einzugrenzen. Dafür funktionieren Beobachtungen, Bedingungen und schnelle Tests besser als lange Erklärungen. Wichtig ist auch, dass Annahmen als Annahmen gekennzeichnet werden, damit du nicht aus Versehen auf Fantasie-Details debuggt.

Vorlage, Technik und Fehlersuche
Ziel:
Ich will die Ursache eingrenzen und 3 schnelle Tests haben.

Kontext:
System: [Windows Version]
Programm: [Name, Version]
Fehlerbild: [Was passiert, Fehlermeldung, Zeitpunkt]
Tritt auf bei: [Bedingung]
Tritt nicht auf bei: [Bedingung]
Schon probiert: [kurz]

Aufgabe:
Nenne 5 mögliche Ursachen, aber nur solche, die zu den Fakten passen.
Zu jeder Ursache: 1 Test, 1 typische Stelle im Ablauf, 1 Hinweis woran ich erkenne ob es passt.

Format:
Stichpunkte, kurz, praxisnah.

Grenzen:
Keine Fantasie-Details. Wenn du etwas annimmst, kennzeichne es als Annahme.

Rückfragen:
Wenn dir Infos fehlen, stelle bis zu 3 Rückfragen, bevor du die Liste machst.

Prüfkriterium:
Ich kann die Tests in 10 Minuten durchgehen.

Für Code Review oder C++ Kram hilft eine Vorlage, die gleich klar macht, was du willst. Nicht „schreib alles neu“, sondern Risiken finden und minimalinvasive Änderungen vorschlagen. Das ist genau die Art Prompt, mit der du in einem großen Projekt nicht ständig Nebenwirkungen produzierst.

Vorlage, C++ Code Review kurz und brauchbar
Ziel: Ich will wissen, ob der Ansatz sauber ist, und welche Risiken drin sind.

Kontext:
Sprache: C++
Toolchain: [z.B. MSVC 2022, clang, gcc]
Standard: [z.B. C++17]
Problem: [1 Satz]
Randbedingungen: keine großen Umbauten, nur gezielte Patches
Code:
[Code hier einfügen]

Aufgabe:
Finde die 3 größten Risiken oder Fehlerstellen (z.B. Speicher, Threads, UB, Lifetime, Fehlerbehandlung).
Schlage minimalinvasive Änderungen vor.
Wenn du dir bei etwas nicht sicher bist, sag es.

Format:

Problemstelle, warum, Fix Vorschlag
Kurz, ohne Ausschmückung

Grenzen:
Keine Komplett-Neuschreibung, nur Patch-Ideen.

Prüfkriterium:
Ich kann die Änderungen einzeln testen.

Für Texte ist es ähnlich, nur mit anderen Schrauben. Du willst ein Ergebnis, das nach dir klingt, verständlich ist und nicht wie Werbung oder wie ein typischer KI-Text. Also sag der KI genau das. Zielgruppe, Ton, ein paar Pflichtpunkte, und ein paar Dinge, die nicht drin sein sollen. Damit lenkst du stark, ohne dass der Prompt ausufert.

Vorlage, Text schreiben ohne Werbe-Blabla
Ziel:
Ich brauche einen Text, der verständlich ist und nicht wie KI klingt.

Kontext:
Thema: [Thema]
Zielgruppe: [Zielgruppe]
Ton: [umgangssprachlich, direkt, freundlich]
Wichtig: [3 Punkte die rein müssen]
Tabu: keine Werbung, keine Übertreibungen, keine typischen KI-Einleitungen

Aufgabe:
Schreibe einen Fließtext mit [X] Absätzen.
Keine Wiederholungen.
Kurze Sätze.
Einfache Sprache.

Format:
Fließtext, optional 3 Zwischenüberschriften.

Grenzen:
Kein Marketing. Keine Phrasen wie "in der heutigen Zeit".

Prüfkriterium:
Ich kann den Text 1:1 in WordPress einfügen.

Wenn du etwas kürzer haben willst, ist eine klare Aufgabenstellung Gold wert. Sonst kürzt die KI an der falschen Stelle oder erfindet neue Inhalte, damit es „rund“ klingt. Sag ihr lieber, dass sie nur umformulieren soll, und gib gleich mehrere Längen vor. Dann kannst du auswählen.

Vorlage, zusammenfassen und auf den Punkt
Ziel:
Ich will eine Kurzfassung, die den Inhalt trifft.

Kontext:
Text:
[Text einfügen]

Aufgabe:
Erstelle 3 Varianten:

1. sehr kurz, 2 bis 3 Sätze
2. normal, 5 bis 7 Sätze
3. Stichpunkte, maximal 7 Punkte

Format:
Keine neuen Infos erfinden, nur umformulieren.

Grenzen:
Keine Fachwörter, wenn nicht nötig.

Prüfkriterium:
Alle Varianten sind sachlich gleich, nur unterschiedlich kurz.

Und wenn du merkst, du kommst gar nicht sauber auf den Prompt, dann lass die KI dir den Prompt bauen. Das ist kein Trick, das ist einfach praktisch. Erst Rückfragen, dann ein fertiges Briefing, und dann erst die eigentliche Aufgabe. So vermeidest du, dass die KI gleich losrennt, obwohl noch wichtige Infos fehlen.

Vorlage, Meta Prompt für bessere Prompts
Ziel:
Ich will einen sauberen Prompt für mein Problem.

Kontext:
Thema: [1 Satz]
Was ich erreichen will: [1 Satz]
Was ich schon habe: [Stichpunkte]
Was ich nicht will: [Stichpunkte]

Aufgabe:
Stelle mir zuerst bis zu 3 Rückfragen, um fehlende Infos einzusammeln.
Danach schreibe mir einen fertigen Prompt mit Ziel, Kontext, Aufgabe, Format, Grenzen.
Optional: mache eine kurze Kurzversion, die ich schnell tippen kann.

Format:
Erst Rückfragen, dann Prompt, dann Kurzversion.

Grenzen:
Keine Annahmen als Fakten.

Prüfkriterium:
Ich kann den Prompt direkt nutzen und bekomme eine brauchbare Antwort.

Zum Schluss noch die typischen Stolperfallen, die dir mit Struktur seltener passieren. Du packst zu viel in einen Prompt, drei Aufgaben auf einmal, und wunderst dich über eine Mischantwort. Du definierst das Ergebnisformat nicht, und bekommst Fließtext, obwohl du eigentlich eine Schrittfolge wolltest. Du gibst keinen Rahmen, und die KI rät Versionen oder Umstände. Und wenn du Rückfragen verbietest, rät sie erst recht.

Wenn du regelmäßig mit KI arbeitest, lohnt sich diese Art Struktur, weil sie Zeit spart und weil du weniger Nacharbeit hast. Und wenn du gute Prompts dann auch noch speicherst, statt sie im Chat zu verlieren, wird aus dem Ganzen wirklich ein Werkzeug, nicht nur ein netter Textgenerator.