Ein Prompt ist kein Befehl

Ein Prompt ist kein BefehlViele Prompts scheitern nicht an der KI, sondern an der Erwartung dahinter. Ein Satz wird formuliert wie eine Anweisung, und es wird angenommen, dass das Ergebnis dann schon passen muss. Wenn das nicht passiert, entsteht Frust. Dabei liegt das Problem oft nicht in der Antwort, sondern im Denken davor. Ein Prompt beschreibt eine Vorstellung. Mehr nicht. Die KI versucht, diese Vorstellung umzusetzen, basierend auf dem vorhandenen Kontext. Wenn diese Vorstellung vage, widersprüchlich oder unvollständig ist, wird auch das Ergebnis entsprechend ausfallen.

Das ist kein Fehler der KI, sondern eine direkte Reaktion auf die Eingabe.

Ich merke im Arbeiten schnell, dass sich meine eigenen Annahmen oft erst im Dialog zeigen. Die erste Antwort ist selten komplett falsch. Sie ist meist nur anders gedacht als erwartet. Genau an diesem Punkt beginnt das eigentliche Arbeiten. Nicht durch Kontrolle, sondern durch Klärung.

Statt zu sagen „mach das so“, formuliere ich, was ich vorhabe und wofür das Ergebnis gedacht ist. Ich korrigiere, wenn etwas nicht passt, und ergänze Kontext, wenn ich merke, dass etwas fehlt. Die Qualität der Antworten steigt dabei nicht schlagartig, sondern Schritt für Schritt.

Ein funktionierender Prompt entsteht nicht durch Druck oder Präzision um jeden Preis, sondern durch Klarheit. Und Klarheit ist nichts, was man einmal festlegt. Sie entwickelt sich im Gespräch.

Erwartung als Anweisung
Schreibe mir einen guten Text über Zeitmanagement.
Nachgeschärfter Prompt mit Klarheit
Ich möchte einen kurzen Text über Zeitmanagement schreiben. Der Text ist für Menschen gedacht, die im Alltag oft das Gefühl haben, hinterherzulaufen. Es geht nicht darum, mehr zu schaffen, sondern besser zu verstehen, warum Zeitdruck entsteht. Der Text soll eher erklärend als motivierend sein und keine konkreten Methoden vorgeben. Wenn etwas unklar ist, frag bitte nach.