Viele Texte im Netz klingen so, als gäbe es ein paar Frameworks und plötzlich liefert die KI nur noch perfekte Antworten. In der Praxis ist das weniger spektakulär, aber trotzdem nützlich. RTF und TAG sind keine Zauberformeln, eher Schreibhilfen. Sie sorgen dafür, dass du eine Aufgabe so formulierst, dass die KI weniger raten muss.
Was ist überhaupt das Problem?
Wenn du an die KI nur sowas schreibst wie „mach das mal besser“ oder „hilf mir bei Backup“, fehlt fast immer der Kontext. Dann muss die KI sich selbst zusammenreimen, was du meinst. Das endet je nach Modell mit Rückfragen, mit langen Texten, oder mit Antworten, die an deinem Ziel vorbeigehen. Gute Prompts sind deshalb nicht kreativ, sondern klar. Frameworks zwingen dich genau dazu.
RTF, Role – Task – Format, was bedeutet das für dich?
RTF ist im Alltag simpel:
1. Rolle:
In welcher Rolle soll die KI antworten, zum Beispiel „Windows Admin“, „Lektor“, „Support Mitarbeiter“.
2. Aufgabe:
Was soll konkret passieren, zum Beispiel „erstelle eine Checkliste“, „analysiere den Fehler“, „schreibe eine Antwort“.
3. Format:
Wie soll die Ausgabe aussehen, zum Beispiel „6 Stichpunkte“, „Schrittfolge“, „kurze Sätze“, „am Ende genau eine Rückfrage“.
Der Nutzen für dich: Du bekommst öfter beim ersten Versuch etwas, das du wirklich verwenden kannst. Nicht weil die KI plötzlich schlauer ist, sondern weil du die Richtung besser vorgibst. Das spart Korrekturrunden.
TAG, Task – Action – Goal, was bedeutet das für dich?
TAG setzt den Fokus etwas anders:
1. Task:
Worum geht es, also das Thema.
2. Action:
Was soll die KI tun, also die konkrete Arbeit, gern als Reihenfolge.
3. Goal:
Woran erkennst du Erfolg, also Ziel, Ergebnis, Kriterien.
Der Nutzen für dich: TAG ist stark, wenn du eine Vorgehensweise willst, eine Diagnose, eine Entscheidungsvorlage. Überall da, wo „was machen wir als nächstes“ zählt.
Was diese Frameworks nicht können und hier kippt Marketing im Internet oft ins Übertreiben. Wichtig ist:
- Keine Garantie auf richtige Fakten. Struktur macht Antworten nicht automatisch wahr.
- Keine Garantie auf „optimale Resultate“. Wenn dein Ziel schwammig ist, bleibt das Ergebnis schwammig.
- Kein Ersatz für Fachwissen. Gerade bei Technik musst du am Ende prüfen, ob es wirklich funktioniert.
- Keine echte Beschleunigung der KI. Das „schneller“ kommt daher, dass du weniger Nachfragen und weniger Umwege hast.
Was bedeutet das für dich als Anwender ganz konkret?
Frameworks sind ein Geländer. Nicht, weil du Prompt Engineering lernen musst, sondern weil du weniger vergisst. Du arbeitest einfach eine feste Reihenfolge ab.
RTF und TAG sind keine Magie. Es sind einfache Muster, damit du nichts Wichtiges vergisst. Wenn du Rolle, Aufgabe, Kontext und gewünschtes Ergebnis nennst, rät die KI weniger und du bekommst schneller etwas, das du wirklich nutzen kannst.
Eine Alltagsregel, die fast immer hilft – Beantworte vor dem Absenden drei Fragen:
1. Was genau soll die KI tun, in einem Satz.
2. Welche Infos muss sie dafür haben, Daten, Randbedingungen, Beispiele.
3. Wie soll das Ergebnis aussehen, kurz, lang, Liste, Schritte, Ton.
Typische Fehler, die Frameworks oft verhindern, aber nicht immer. Frameworks helfen gegen Chaos. Daneben liegen kannst du trotzdem, wenn du:
1. zu wenig Kontext gibst, zum Beispiel keine Fehlermeldung, kein Ziel, keine Randbedingungen,
2. zu viel auf einmal verlangst, also Diagnose, Umsetzung, Doku und Vergleich in einem Rutsch,
3. keine Erfolgskriterien nennst, also wann es „fertig“ ist,
4. die Antwort nicht testest, besonders bei Technik.
Fazit
RTF und TAG sind keine Geheimtricks. Es sind einfache Muster, mit denen du deine Anfrage klarer machst. Das führt oft zu besser passenden Antworten und spart Zeit durch weniger Korrekturrunden. Wenn es um Technik oder Fakten geht, bleibt trotzdem deine Pflicht: prüfen, testen, und bei Unsicherheit gezielt nachfragen.