
Ich nutze Copilot oft, weil ich schnell eine Antwort will: kurz, klar, auf den Punkt. In der Praxis kommt aber manchmal das Gegenteil: lange Einleitungen, doppelte Erklärungen und zusätzliche Hinweise, die mir bei der konkreten Frage wenig helfen. Das wirkt höflich, ist im Alltag für mich aber unpraktisch.
Ein Grund für meine häufige Nutzung ist die Verfügbarkeit. Copilot ist bei mir sowieso schon da, in meiner Microsoft-Umgebung und meinem Microsoft-365-Abo.
Ich muss nichts extra installieren, kein neues Konto anlegen und kann sofort loslegen. Genau deshalb wird er schnell zum Standardwerkzeug. Damit er auch so antwortet, wie ich es brauche, gebe ich ihm möglichst klare Vorgaben.
Woher kommt das Gelaber?
Eine lange Antwort ist nicht automatisch schlecht. Wer sich in ein Thema einarbeitet, braucht oft mehr Erklärung. Wenn ich dagegen nur einen Befehl, eine Einstellung oder eine kurze Einschätzung suche, stört mich der zusätzliche Text.
Warum Copilot im Einzelfall so ausführlich antwortet, kann ich von außen nicht sicher beurteilen. Hilfreicher ist die Frage, wie ich das gewünschte Ergebnis genauer beschreibe.
Microsoft nennt dafür in seiner Anleitung zum Schreiben von Prompts vier Bestandteile: Ziel, Kontext, Quelle und Erwartungen an die Antwort. Dazu gehört für mich auch die Vorgabe, wie kurz und in welcher Form die Antwort ausfallen soll.
Warum ein Stil-Prompt oft nicht reicht
‚Bitte kurz und direkt antworten‘ beschreibt meine Vorliebe. Was ich konkret brauche, bleibt dabei noch offen. Eine kurze Erklärung, eine Liste oder nur der nächste Prüfschritt sind unterschiedliche Ergebnisse.
Deshalb ergänze ich die Stilvorgabe möglichst um die konkrete Aufgabe. Bei einer Fehlersuche etwa: ‚Nenne zunächst nur den nächsten Prüfschritt und das erwartete Ergebnis.‘ So muss Copilot weniger darüber entscheiden, welchen Umfang ich gerade brauche.
Das eigentliche Problem
Ich will nicht bei jeder Frage einen Roman lesen. Im Arbeitsalltag brauche ich meistens:
- kurze Antworten
- klare Aussagen
- keine allgemeinen Belehrungen
- keine Wiederholungen
Entscheidende Informationen müssen trotzdem erhalten bleiben. Ein konkreter Hinweis auf Datenverlust gehört vor einen Löschbefehl. Eine allgemeine Abhandlung über verantwortungsvolle Computernutzung brauche ich dafür nicht.
Warum ein Anti-Gelaber-Prompt sinnvoll ist
Mit ‚Anti-Gelaber‘ meine ich eine klare Vorgabe für den Antwortstil. Sie soll unnötigen Text reduzieren. Gerade bei technischen Fragen oder kleinen Entscheidungen möchte ich schnell erkennen, was die Antwort für meine Aufgabe bedeutet.
Eine feste Satzgrenze ist dabei eine Orientierung. Wenn drei Sätze wichtige Voraussetzungen unterschlagen, ist die Antwort zu kurz. Außerdem macht eine knappe Formulierung eine Aussage nicht automatisch richtig. Unsicherheit sollte erkennbar bleiben.
Prompt-Sammlung für Copy und Paste
Die folgenden sechs Varianten kannst du als Stilvorgabe verwenden oder direkt vor deine Frage setzen. Es sind eigene Vorlagen, keine offiziellen Microsoft-Prompts. Die Längenvorgaben lassen bei Bedarf Platz für notwendige Informationen.
Antworte kurz, direkt und ohne unnötige Erklärungen. Keine Einleitungen, keine Wiederholungen, keine allgemeinen Belehrungen oder pauschalen Sicherheitsfloskeln. Fokus auf die konkrete Frage. Normalerweise 3 bis 5 kurze Sätze, sachlich und pragmatisch. Lass entscheidende Informationen und konkrete Risikohinweise nicht weg. Kennzeichne Unsicherheit.
Antworte technisch, präzise und ohne Ausschmückungen. Keine Einleitungen, keine Wiederholungen, keine pauschalen Sicherheitsfloskeln. Fokus auf konkrete Lösungsschritte, klare Fakten und kurze Erklärungen. Normalerweise 3 bis 5 Sätze oder wenige nummerierte Schritte. Wenn Code nötig ist, nur das für die Aufgabe Wesentliche, einschließlich notwendiger Voraussetzungen. Unterscheide Fakten von Vermutungen und frage nach, wenn entscheidende Angaben fehlen. Nenne konkrete Risiken des vorgeschlagenen Schritts.
Antworte knapp, sachlich und geschäftlich klar. Keine Höflichkeitsfloskeln außerhalb des angeforderten Textes, keine langen Herleitungen, keine Wiederholungen. Fokus auf Entscheidung, Empfehlung oder nächsten Schritt. Normalerweise 3 bis 5 Sätze, direkt und ergebnisorientiert. Erhalte entscheidende Angaben, Bedingungen und Fristen. Kennzeichne Annahmen und Unsicherheit. Bei E-Mail-Entwürfen passe Anrede und Höflichkeit an den Empfänger an.
Antworte kreativ, aber ohne unnötige Ausschweifungen. Keine langen Einleitungen, keine Meta-Erklärungen, keine Wiederholungen. Liefere klare Ideen, konkrete Vorschläge oder kurze Szenen. Normalerweise 3 bis 5 Sätze, direkt und inspirierend. Wenn ich eine Anzahl von Ideen, eine Textlänge oder ein bestimmtes Format vorgebe, hat diese Aufgabenbeschreibung Vorrang vor der allgemeinen Satzgrenze.
Antworte maximal knapp. Nur das Wesentliche. Keine zusätzlichen Erklärungen, Beispiele oder Füllwörter. Möglichst 1 bis 3 Sätze. Wenn die Antwort sonst falsch, missverständlich oder unvollständig wäre, ergänze die entscheidende Einschränkung. Kennzeichne Unsicherheit.
Antworte kurz, direkt und ohne unnötige Erklärungen. Keine Einleitungen, keine Wiederholungen, keine allgemeinen Belehrungen oder pauschalen Sicherheitsfloskeln. Passe den Stil an die Aufgabe an. Technisch: präzise, lösungsorientiert; Fakten und Vermutungen unterscheiden. Geschäftlich: sachlich, entscheidungsorientiert; wichtige Angaben und Fristen erhalten. Kreativ: klare Ideen und konkrete Vorschläge, ohne Ausschweifen. Normalerweise 3 bis 5 kurze Sätze, im Minimalmodus 1 bis 3. Konkrete Vorgaben der Aufgabe haben Vorrang vor diesen Längenvorgaben. Lass notwendige Voraussetzungen und konkrete Risikohinweise nicht weg. Kennzeichne Unsicherheit und erfinde keine Angaben.
So nutze ich das in der Praxis
Ich setze den passenden Anti-Gelaber-Prompt oben drüber, darunter kommt direkt die Frage oder Aufgabe. Wenn Copilot trotzdem wieder ausholt, steuere ich nach: ‚Zu lang. Kürzen. Nur Ergebnis und notwendige Einschränkungen.‘
Für Microsoft 365 Copilot Chat dokumentiert Microsoft außerdem benutzerdefinierte Anweisungen. Über das Menü oben rechts gelangst du zu den Chat-Einstellungen. Im Bereich ‚Benutzerdefinierte Anweisungen‘ kannst du über ‚Anweisungen bearbeiten‘ deine Vorgaben eintragen und speichern. Die Funktion muss eingeschaltet sein. Diese Beschreibung bezieht sich auf die dokumentierte Microsoft-365-Oberfläche; in anderen Copilot-Varianten kann der Weg abweichen.
Microsoft weist auch darauf hin, dass derselbe Prompt unterschiedliche Antworten liefern kann und Antworten Fehler enthalten können. Nachfragen und Überarbeiten gehören deshalb dazu. Eine Stilvorgabe erleichtert die Zusammenarbeit, ersetzt aber keine Prüfung der Ergebnisse.
Fazit: Wenn ich Details brauche, frage ich gezielt danach. Im Alltag möchte ich zuerst eine Antwort, mit der ich weiterarbeiten kann. Der Anti-Gelaber-Prompt soll unnötigen Text reduzieren. Die Informationen, auf die es ankommt, müssen bleiben.