Buchrezension

Dieses Buch habe ich gelesen, weil ich einen breiten, praxisnahen Überblick über den Umgang mit KI gesucht habe. Kein Spezialthema, kein reines Technikbuch, sondern ein Werk, das zeigt, wo und wie KI im Alltag tatsächlich eingesetzt werden kann.
Der Fokus liegt klar auf Anwendung. Schreiben, Recherchieren, Bilder erstellen, Programmieren, aber auch Themen wie Bildung, Kunst oder Alltag werden behandelt. Dabei bleibt das Buch bewusst zugänglich. Man kann ohne Vorkenntnisse einsteigen und verschiedene KI Werkzeuge direkt ausprobieren, darunter ChatGPT, Gemini, Midjourney oder DeepL Write.
Ich nutze KI nicht, um möglichst schnell Antworten zu bekommen, sondern um Gedanken weiterzuentwickeln. Dafür reicht ein einzelner Prompt selten aus. Ein Dialog bietet mir die Möglichkeit, Zwischenschritte sichtbar zu machen und Annahmen zu überprüfen.
Der Wunsch nach dem perfekten Prompt ist verständlich. Er verspricht Kontrolle und Effizienz. Einmal richtig formuliert, soll er immer funktionieren. In der Praxis zeigt sich jedoch schnell, dass genau dieser Ansatz selten trägt.
Viele Prompts scheitern nicht an der KI, sondern an der Erwartung dahinter. Ein Satz wird formuliert wie eine Anweisung, und es wird angenommen, dass das Ergebnis dann schon passen muss. Wenn das nicht passiert, entsteht Frust. Dabei liegt das Problem oft nicht in der Antwort, sondern im Denken davor. Ein Prompt beschreibt eine Vorstellung. Mehr nicht. Die KI versucht, diese Vorstellung umzusetzen, basierend auf dem vorhandenen Kontext. Wenn diese Vorstellung vage, widersprüchlich oder unvollständig ist, wird auch das Ergebnis entsprechend ausfallen.
Der erste Prompt ist fast nie gut. Das ist keine Schwäche, sondern normal. Trotzdem wird genau an dieser Stelle oft aufgegeben. Ein Satz wird eingegeben, die Antwort passt nicht, und daraus wird schnell der Schluss gezogen, dass die KI unbrauchbar ist oder einen nicht versteht. Meine Erfahrung ist eine andere. Der erste Prompt ist kein Ergebnis, sondern ein Test. Er zeigt weniger, was die KI kann, sondern vielmehr, wie klar ich selbst gerade bin. Oft merke ich erst an der Antwort, was ich eigentlich wollte und was ich vergessen habe zu sagen.
Vor 4 bis 5 Jahren habe ich mir für den Eigengebrauch ein kleines Windows Tool geschrieben: ReplyX. Ich hatte damals ständig dieselben E-Mails und Standard Anfragen auf dem Tisch und keine Lust mehr, jedes Mal wieder von vorne zu tippen oder alte Mails rauszukramen. ReplyX war im Grunde meine kleine Vorlagen Sammlung, schnell griffbereit, ein Klick, fertig.